Die Transmission monetärer Impulse auf zunehmend integrierten Finanzmärkten ist von herausragender Bedeutung für die Zentralbanken. Falls die starke Ausweitung der Liquidität in den letzten Jahren zu den Preisübertreibungen an den Finanzmärkten beigetragen hat, könnte die Einbeziehung von Vermögenspreisen in die geldpolitische Reaktionsfunktion dazu beitragen, potenzielle negative Konsequenzen für die Realwirtschaft zu vermeiden, die bei einem Platzen der spekulativen Blasen entstehen. Andererseits wäre im Fall steigender Vermögenspreise eine restriktivere Geldpolitik erforderlich, die die Dynamik von Produktion und Beschäftigung reduziert. Um weitere Einsichten in diese Zusammenhänge zu erhalten, werden im Folgenden die Wirkungen monetärer Schocks auf die realen Aktien- und Immobilienpreise untersucht. Dabei werden vektorautoregressive (VAR)-Modelle für die USA, den Euroraum, Japan und Großbritannien spezifiziert. Während die Geldpolitik keinen Einfluss auf die Entwicklung an den Aktienmärkten hat, ist ein signifikanter Effekt für die Immobilienmärkte nachweisbar. In diesem Segment könnte eine restriktivere Geldpolitik bei nicht fundamental begründeten Preissteigerungen tatsächlich dämpfend auf die Entwicklung wirken. Die realwirtschaftlichen Folgen einer solchen Strategie sind allerdings nicht gleichmäßig über die Länder verteilt. Kontraktive Wirkungen auf Produktion und Beschäftigung sind vor allem in Großbritannien und im Euroraum zu erwarten. Daher ist eine entsprechende Ausrichtung der Geldpolitik vor allem für diese Länder problematisch.
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